Es wurde mal wieder Zeit! In Kürze werden die 3 Gläser Weine des Gambero Rosso 2009 bekanntgeben und so haben sich die Frasdorfer Weinfreaks zusammengesetzt und verkostet, was aus den Gewinnern der letzten Jahre so geworden ist. Eine Momentaufnahme einiger Klassiker der letzten Jahre.
Bei den Frasdorfer Weinfreaks handelt es sich um einen lockeren Zusammenschluß von Weinfans. Einige davon haben bei mir diverse Weinseminare besucht und inzwischen trifft man sich in lockerer Runde, um gute Wein zu probieren. Das Thema der Verkostung wird im Vorfeld festgelegt.
Vorgeplänkel
Dunkles Violett, das schäumend ins Glas fließt… Das Bouquet zeigt inzwischen unglaublich viel Frucht. Auffällig sind die Aromen von Banane und Erdbeere, dazu etwas Lakritz und Kräuternoten. Am Gaumen angenehm beschwingt, ungemein fruchtig und mit seiner leichten Kohlensäure ein herrlicher Einstieg in die Verkostung.
Hier die Verkostungsnotiz von Michael Liebert und dazu die Einkaufsquellen auf wein.cc!
- Primitivo 2005 ‘Polvanera 17′ – Polvanera
Ein Primitivo aus Apulien von einem noch weithin unbekannten Weingut. Auffällig sein Alkoholgehalt, der mit 16,5 % angegeben wird. Es handelt sich um das Topmodel dieses Weingutes aus alten Rebstöcken und mit fast 17% vol.
Eingelegte Pflaumen und Zimt bilden zusammen ein sehr dichtes, auffälliges Bouquet. Am Gaumen auch viel Frucht, sehr aromatisch, dicht, wuchtig. In seiner Struktur wirkt er sehr weich, cremig und durch die viele Frucht und die hohe Alkoholgradation wirkt er schon fast süß. Das sicherlich vorhandene Tannin ist überhaupt nicht schmeckbar und wir komplett von der Frucht überlagert. Ein ungewöhnlicher Wein, aber es bleibt die Frage, ob es nicht fast etwas zu viel des Guten ist?
Noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich!
- Primitivo 2005 – Terre di Campo Sasso
Ein preiswerter Primitivo, der im Fachhandel vielfach vertreten ist.
Ein überraschend vielschichtiges Bouquet mit deutlichen Schokoladennoten, dazu Pflaume und Lebkuchengewürze. Am Gaumen kraftvoll, aromatisch, aber noch angenehm. Ein unkomplizierter Wein, der wunderbar für den kommenden Winter passt
Toskana-Verkostung (mit 2 Piraten)
- Antinori – Villa Antinori 2004
Im Bouquet stehen diesmal die Gewürznoten im Vordergrund. Es ist unklar, vielleicht hält sich die typische Frucht bisher noch im Hintergrund und übernimmt irgendwann doch das Regiment. Dazu noch etwas Rauch und Speck, deutlich kraftvoller wie der Vorgänger, aber bisher fehlt auch die typische Eleganz. Kein typischer Wein für die Toskana.
Einkaufsquellen und Preise unter wein.cc und hier eine ausführliche Verkostungsnotiz!
Ein ganz modernes Weingut aus dem Hinterland von Rimini, das beweisen will, dass man auch in Ein duftiges, feines Bouquet, mit viel frischen Sauerkirschen und Brombeeren. Am Gaumen sehr saftig, nicht zu schwer und mit seiner frischen Frucht ist er angenehm zu trinken. Eine sehr gut gelungene Kombination aus Kraft und Anmut. Ein vielseitig einsetzbarer Essensbegleiter!
Einkaufsquellen und Preise unter wein.cc
- Fonterutoli – Chianti Classico 2001
Den Wein haben wir genau auf dem Punkt erwischt. Mit seinem offenen, zugänglichen Fruchtbouquet (schwarze Johannisbeere) und seiner eleganten, aristokratischen Art, ist er für mich einfach er Inbegriff eines Chianti Classico. Im Moment perfekt!
Eine Einkaufsquelle ist mir keine mehr bekannt, wohl nur noch in privaten Kellern zu finden!
Ein Traum von Wein! er hat etwas Luft gebraucht, bis er sich öffnete, aber dann perfekt! So schön, wie gerade noch der normale Annata aus diesem Jahrgang mundete, der Riserva hatte doch etliches mehr zu bieten. Komplexer, vielschichtiger, auch eine Spur gehaltvoller, dichter und mit Potential für weiter 5-8 Jahre.
dunkle Beeren, Schokolade, Frische, kombiniert mit Kraft…
Hier die Verkostungsnotiz von Michael Liebert, Einkaufsquellen ist mir keine mehr bekannt.
Einfach erstaunlich! Es war die Frage, was wir nach dem, annähernd perfekten Wein von gerade eben jetzt eigentlich noch aufmachen können und wir haben uns für ein Bauernopfer entschieden, um wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Es war einfach klar, dass man nach dem Castello di Fonterutoli erstmal wieder Abstriche machen muss. Um so erstaunlicher, dass dieser kleine Rosso Piceno mit seiner duftigen, frischen Frucht sich erstaunlich gut gehalten hat. Angenehm zu trinken, auch nach so einem Blockbuster!
Hier die Verkostungsnotiz von Michael Liebert und dazu die Einkaufsquellen auf wein.cc!
- Brancaia – Il Blu 2001
Ein weiteres Highlight! Viel Frucht, aber am Gaumen bereits überraschend elegant, feingliedrig und jetzt schön zu trinken.
Dunkler in der Farbe und am Gaumen mit noch mehr Fruchtkomponenten, dazu feine Gewürze und Leder. Am Gaumen deutlich dichter in der Fruchtaromatik und dadurch auch etwas kraftvoller, andererseits spielt der Castello di Fonterutoli (übrigens aus der direkten Nachbarschaft!) hier seine aristokratischen Eleganz als Trumpfkarte aus.
Einkaufsquellen für den Jahrgang 2001 ist mir keine mehr bekannt. Die anderen Weine von Brancaia findet man unter www.wein.cc!
- Felsina – Chianti Classico Riserva 2000 ‘Rancia’
Sicherlich der schwierigste Wein des heutigen Abends, aber eben auch eine Klasse für sich. Mit seiner gradlinigen Aromatik, der immer noch streng anmutenden Struktur und seiner zurückhaltenden Frucht, macht er die Annäherung nicht einfach und doch hat er einfach eine faszinierende Aura und eine feingliedrige Eleganz. Wie immer, ein intellektueller Wein!
Einkaufsquellen ist mir keine mehr bekannt, aber auch die nachfolgenden Jahrgänge sind immer wieder spannend!
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