Kaum eine Weinbeschreibung über einen der großen Rieslinge aus Deutschland, kommt ohne den schönen Zusatz ‘mineralisch’ aus. Etliche Kollegen haben schon darüber philosophiert, was damit gemeint sein könnte…
Amerikanische Geologen haben nun auf einer Konferenz der Geological Society of America eine Studio vorgestellt über den Zusammenhang von Boden und Geschmack des Weines.
Laut ihrer Aussage, muss der Zusammenhang zwischen Wein und Herkunft indirekt ablaufen. Sie haben untersucht, was es mit der romantische Vorstellung, die landläufig mit dem schönen Begriff der Mineralität verwoben ist, auf sich hat. Dabei ist es eine so schöne Vorstellung, dass der Rebstock die Mineralien aus dem Boden aufnimmt und an die Trauben und damit an den Wein weitergibt.
Die Geologen führen nun an, dass die nachweisbaren Mengen an Mineralien im Wein, deutlich unter der Wahrnehmungsschwelle des Menschen liegen, ja sogar unter den Werten, die man in Mineralwässer nachweisen kann.
Damit ist zwar noch nicht geklärt, was es mit der Mineralität im Wein auf sich hat, aber von den Mineralien kann es wohl nicht kommen.
Hier der Bericht von Alex MALTMAN, Institute of Geography and Earth Sciences und eine Zusammenfassung der Diskussion von einem der wichtigsten amerikanischen Wineblogger Tyler Colman alias Dr. Vino
Nachtrag:
Der Captain persönlich hat sich auf CaptainCork zu dem Thema geäußert… Nur Seemannsgarn, oder eine erfrischende Sicht der Dinge?
Terroir: schmeckt Wein nach Erde?
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Herr Liebert, wir haben im WorldWine Blog (http://enoworldwine.wordpress.com/2009/10/29/und-immer-wieder-der-blodsinn-mit-dem-terroir/) ja jetzt ausführlich über die Sache diskutiert, aber m. E. liegt das Problem mit der Mineralität zunächst einmal weniger darin, zu verstehen, wie sie zustande kommt, als sich darauf zu einigen, was überhaupt mit dem Begriff gemeint ist. Ich kann mich jedenfalls des Eindrucks nicht erwehren, dass jeder, der mineralisch oder Mineralität bei der Weinbeschreibung benutzt, etwas anderes darunter versteht.
Lieber Herr Supp,
in dem Punkt stimme ich Ihnen uneingeschränkt zu. Der Begriff wird inflationär verwendet, ohne dass sich jemand die Mühe macht, zu erklären, was er damit meint.
Ihre Definition, gerade den ersten Teil finde ich vorbildlich: „… ein viel verwendeter, aber nur schwer zu fassender Begriff der Weinansprache für den Duft und/oder Geschmack von Weinen, die Assoziationen nach Granit, Schiefer oder Vulkangestein hervorrufen, ohne dass diese Gesteine wirklich riechen oder schmecken würden. Man spricht auch von der Mineralität von Weinen.”