
Die Preise für Trauben sinken quer durch Italien auf breiter Front. Ein schwierige Entwicklung für die Weinbauern, denn sie haben bereits viel Arbeit in den Weinberg gesteckt und erst jetzt wird klar, was sie für diese Arbeit bekommen. Und der Jahrgang 2009 war nicht einfach! Die Qualität der Trauben wird zwar durchweg als gut bis sehr gut eingeschätzt, aber es war eben auch sehr viel Arbeit notwendig, um gesunde Trauben ernten zu können.
Im Schnitt liegen die Preise um 30% unter denen des Vorjahres!
Die Preise für Nebbiolo liegen bei 200 € für 100 kg (30% weniger wie 2008). Hochwertiges Traubengut aus dem Valpolicella, das man für Amarone verwenden kann, kostet etwa 10-20% weniger wie 2008.
Auch die Preise für Sangiovese im Chianti Classico sind gesunken, dort bekommt man nur noch 70-100 € für einen Doppelzentner (30% weniger wie 2008). Der Sangiovese aus Montalcino bringt zwischen 100 und 200 €.
Noch schwieriger ist die Situation im Süden. Hier steckt man eigentlich in einer Phase der Umstrukturierung und diese wird durch die Krise nun gewaltig ausgebremst, denn 50 € für 100 kg Aglianico-Trauben bester Herkunft sind einfach zu wenig (in 2008 gab es noch 80€). Für die kleinen Weinbauern sind solche Preise existenzgefährdend. Eine qualitätsorientierte Arbeit im Weinberg ist mit solchen Erträgen nicht machbar.
Günstigere Preise für italienische Weine 2009

In wie weit diese Situation sich in den nächsten Jahren auch auf die Verkaufspreise der Weine auswirkt, werden wir sehen. Es ist mit solch günstig eingekauften Trauben natürlich machbar, entsprechend günstige Weine zu produzieren. Aber keine gut Qualität!
Ein Weingut, das seine eigenen Weinberge bewirtschaftet und gute Qualitäten produzieren will, richtet seine Kalkulation nicht nach den Traubenpreisen auf dem freien Markt, sondern ausschlaggebend sind die Lohnkosten für die Arbeiter im Weinberg und wie viel Arbeit notwendig war. Und Arbeit im Weinberg gab es in 2009 genug. Man geht von bis zu 300 Arbeitsstunden pro Hektar aus, dem 3-fachen von dem, was für einfache Qualitäten angesetzt wird.
Die Informationen zu diesem Artikel stammen von www.winenews.it
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