Italienischer Wein 2009 – erste Jahrgangs-Einschätzungen
30. September 2009 | Von Michael Liebert | Kategorie: News - italienische WeineEin guter, aber kein ausgezeichneter Jahrgang, so die derzeitige Einschätzung der bekanntesten und einflussreichsten Weinmacher Italiens zum italienischen Wein aus dem Jahrgang 2009. Aber es gibt dazu durchaus unterschiedliche Meinungen…
Carlo Ferrini: “Die Ergebnisse für früh reifende Rebsorten sind sehr gut, wobei es in den richtig warmen Lagen und Regionen Probleme mit Hitzestress und Wassermangel gab. Es könnte ein großer Jahrgang für die ‘kleinen Weine’ werden, während die Spitzenweine eventuell nicht die Lagerfähigkeit aufweisen werden, die man von ihnen erwartet.”
Carlo Ferrini ist beratend für Brancaia, Castello di Fonterutoli und etliche andere Weingüter in der Toskana tätig… Er war der Weinmacher des Jahres im Gambero Rosso 2000.
Riccardo Cotarella: “Dieses Jahr sind die kühlen Lagen im klaren Vorteil. Nur in den kühlen Lagen hat man im Jahrgang 2009 das Potential für große Weine. Vor allem für die Rebsorten Sangiovese und Aglianco aus höher gelegenen Lagen sehe ich großes Potential. Somit kein einfacher, aber ein durchaus interessanter Jahrgang!”
“Für Weißwein hingegen wird es hingegen ein ausgezeichneter Jahrgang!”
Neben seinem eigenen Weingut Falesco in Latium (Vitiano, Montiano) ist er für viele andere Weingüter in ganz Ialien tätig.
Lorenzo Landi: Die Mengen in der bereits laufenden Lese sind geringer als erwartet, aber das Lesegut ist gesund. Was die Qualität der Trauben betrifft, die noch am Stock hängen, kommt es darauf an, wie sich das Wetter entwickelt. Es darf einfach nicht zu viel regnen, sonst bekommen wir ein Problem…
Die weißen Rebsorten präsentieren sich wunderbar. Die Trauben haben viel Aroma und konnten doch ihre Säurewerte und die Frische halten. Somit wird der italienische Weißwein 2009, im Vergleich zu den Vorjahren noch zulegen können.
Er stammt aus der Toskana und ist unter anderem beratender Önologe von Lungarotti (Umbrien) und La Poderina (Montalcino).
Roberto Cipresso: Das auffälligst in 2009 sind die großen Trauben, dadurch sind die Beeren etwas dünnhäutiger und es fehlt etwas an Substanz.
Wir werden Weine mit einer guten Struktur, viel Aroma und kräftigen Tanninen bekommen. Wenn möglich sollte man den Lesezeitpunkts für die roten Trauben noch etwas hinauszögern. Der Jahrgang erinnert mich an 1998.
Er ist als Wunderknabe von Montalcino bekannt geworden. Der Aufstieg von Ciacci Piccolomini war sein Werk. Heute ist er für etliche Weingüter in Italien und Argentien als beratender Önologe tätig.
Leonardo Valenti, Professor für Weinbau an der Universität von Mailand. “Durch die lange Hitzeperiode hatten viele Rebstöcken Probleme mit Hitzestress. Wo es in den letzten Tagen nicht geregnet hat, müssen die Trauben wegen dem Wassermangel relativ früh gelesen werden.”
Die Aussagen stammen aus einem Bericht von WineNews.it, einem italienischen Wein-Informations-Portal.
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