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Elbling – eine uralte Rebsorte und ein junger, frecher Wein

29. März 2010 | Von Michael Liebert | Kategorie: Aktueller Weintipp, Fragen an den Sommelier

Elbling-TraubeElbling – ein uralte Rebsorte

Der Elbling ist eine der ältesten Rebsorten Europas und inzwischen weiß man, er ist nicht mit den Römern über die Alpen gekommen, wie lange vermutet. Der Elbling war schon vor den Römern in Deutschland heimisch! Auf Grund von DNA-Analysen wurde fest gestellt, dass der Elbling eine spontane Kreuzung des Weißen Heunisch mit einer fränkischen Sorte ist. Entstanden ist der Elbling, wie der Riesling, wahrscheinlich im Rheingraben. Erstmalig erwähnt wird der Elbling allerdings von römischen Autoren im ersten Jahrhundert nach Christus.

Elbling – wichtigste Rebsorte Deutschlands

Der Elbling war aber nicht nur bei den Römern beliebt. Zwischenzeitlich war der stark tragende Elbling eine der wichtigsten Rebsorten Deutschlands. Es wird vermutet, dass um 1800 etwa 75% der Weinberge in Deutschland mit Elbling bestockt waren. Auch die verwandtschaftliche Beziehung mit dem Riesling ist durch DNA-Analysen bestätigt worden.

In späterer Zeit wurde der Elbling vielerorts durch ‘gute Reben’ ersetzt und heute gibt es nur noch wenige Enklaven, in denen er angebaut wird. Die größten Flächen finden sich heute noch an der oberen Mosel, an der Grenze zu Luxemburg. Und als leichter, unkomplizierter Sommerwein hat er eine große Zukunft. Der Elbling ist relativ niedrig im Alkohol und frech, leicht und unkompliziert.

Elbling – seine letzten Enklaven

weißer und roter Elbling

weißer und roter Elbling im gemischten Satz

An der Obermosel wird er von etwa 200 Betrieben angebaut, kleine Flächen gibt es noch in Bremm, an der Mittelmosel und in Sachsen. Von den 580 Hektar finden sich etwa 550 Hektar an der Obermosel und etwa 10 Hektar in Sachsen, der Großteil davon in den Weinbergen von Schloss Proschwitz. Dort geht man davon aus, dass es die erste in Sachsen angebaute Rebsorte war. Er kam wohl im Gepäck von  fränkischen Siedlern nach Sachsen.

Der Elbling steht für einfache Weine mit viel Trinkspaß. Ungemein leicht, sehr frisch und feinfruchtig.

Elbling – die Weine

Margarethenhof - Elbling trocken 2009 der SpritzigeMargarethenhof – Elbling trocken 2009 der Spritzige

Einer meiner persönlichen Favoriten! Diesen Elbling hab ich seit über 20 Jahren jeden Sommer im Glas. Leicht, saftig-frisch und ein herrlich unkompliziertes Trinkvergnügen. So gut wie im Jahrgang 2009 war er noch nie! Hier die komplette Verkostungsnotiz!

Zu beziehen, ab Weingut oder sortiert mit den italienischen Weinen von Ronaldi für 4,45 €.

Margarethenhof – Elbling Classic 2009

Vom Classic gibt es nur 3.000 Flaschen. Er ist deutlich kraftvoller, eine Spur weicher und auch er ist in diesem Jahr eine herrliche Überraschung. Bezug nur über das Weingut!

Proschwitzer WeineSchloss Proschwitz – Elbling 2009

Der beste sächsische Elbling! Zu beziehen für 9,50 € über den Direktversand von Schloss Proschwitz.

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Hier noch ein poetischer Reisebericht von der Obermosel auf Zeit online.

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3 Kommentare
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  1. Ich finde “frech” und “Sommerwein” sind die beiden Vokabeln, die den Elbling (ich kenne ich vom Margarethenhof-Ayl, Dank Deiner Empfehlung) unbedingt treffend wiedergeben. Zwar ist “Sommerwein” inzwischen eine inflationär gebrauchte Marketing-Vokabel in der Weinwelt, aber hier trifft es den Kern. Das ist ein Wein, den man an heißen Tagen im angeregten Plausch mit tollen Leuten geben möchte. Vor allem, weil er unkompliziert ist, frisch und das bietet, was man des Sommers haben möchte: Süffigkeit.

  2. Es ist ganz wichtig, dass der Elbling nicht in Vergessenheit gerät – deshalb klasse das du darüber bloggst! Meine liebsten Elbling-Winzer: Reinhard Löwenstein (hat einen famosen Elbling im Programm), Stephan Steinmetz ist ein Experte – auch für Elbling-Sekt (Wehr / Mosel) und Leitzgen ist einer der Winzer in der Elbling-Enklave Bremm.

  3. Hallo Carsten,

    schön, dass Du meine Begeisterung für den Elbling teilst. Und so haben wir ja schon eine nette Liste an interessanten Elbling-Winzer. Mal sehen, wer sonst noch eine entsprechende Empfehlung hat…

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