Das Fernsehen hat sich angesagt und jetzt ist die Frage, wie kann man die Philosophie, die Qualitätsvorstellungen des Hauses in Bilder umsetzen? Es ist gerade Lese, das ganze Jahr hat man im Weinberg gearbeitet, um jetzt die entsprechenden Qualitäten einzufahren. Aber wie zeigt man die Unterschiede? Wie definiert man den Unterschied zwischen einem Wein aus dem Supermarkt und einem einfachen, aber gut gemachten Wein vom Winzer?
80% der Qualität wird im Weinberg definiert! Im Keller kann zwar die ganze Arbeit durch einen Fehler wieder zunichte gemacht werden, aber es ist nichts mehr zu retten, wenn die Qualität des Traubenmaterials nicht stimmt.
Die erste Frage ist nun, wie bekomme ich die Trauben möglichst unverletzt in den Keller?
Wenn ich die Trauben nur auf den Anhänger werfe, erdrückt das Eigengewicht der Trauben die unten liegenden. Die Trauben liegen somit in ihrem eigenen Saft und bei entsprechenden Außentemperaturen kann dabei sehr schnell eine Gärung mit Hilfe der wilden Hefen einsetzen. Mit den dabei entstehenden Fehltönen muss ich dann als Kellermeister leben.
Also sind kleine Bütten angesagt, damit die Trauben möglichst nicht erdrückt werden und als ganzes im Keller ankommen. Um so zu arbeiten, kann natürlich kein Vollernter eingesetzt werden. Der Vorteil der Handlese ist außerdem, dass ich bereits am Stock eine Selektion betreiben kann. Angefaulte oder unreife Trauben werden gar nicht erst mitgenommen.
Auch das schonende Abpressen wird bei n-tv noch kurz gezeigt. Den eigentlichen Gärvorgang kann man nicht in Szene setzen, aber man sieht, dass im Margarethenhof zwar in einem alten Keller von 1902 gearbeitet wird, aber da, wo es sinnvoll ist, wird auf moderne Technik gesetzt. Vergoren wird komplett in Edelstahltanks, und zwar in relativ kleinen Behältern, damit man auf jede Traubenpartie entsprechend eingehen kann.
Aber hier zu den Weinen, denn es wird im Margarethenhof nicht nur Elbling gekeltert, sondern auch hervorragende Rieslinge aus der Ayler Renommierlage ‚Ayler Kupp‘. Dazu noch Weißburgunder und Grauer Burgunder in hervorragender Qualität.
…und hier die Weine:
Elbling trocken 2007 ‘Der Spritzige’
Die Rebsorte Elbling ist eine sehr alte Sorte, die vermutlich schon den Römern bekannt war. Heute findet man sie nur noch an der oberen Mosel. Sie ist sehr gut zum Versekten geeignet oder wie in diesem Fall, als leichter, unkomplizierter Alltagswein.
Ein dezenten Bouquet von frischem Heu, etwas Birne und Melone. Am Gaumen angenehm frisch, leicht und mit einer saftigen Säure. Im Sommer auf der Terrasse schlägt man damit wunderbar die Brücke von den alten Römern in Trier, in das heutige Italien, mit seinem Sinn für dolce vita.
Optimaler Genuss: jetzt – 2009
Bewertung: 97 (Preis/Genuss-Wertung), zu finden im ambitionierten Weinfachhandel, ca 5€
- Riesling Spätlese trocken 2007 Ayler Kupp
Im Wettbewerb ‘Best of Riesling 2008′ wurde dieser Wein mit einer Silbermedaille ausgezeichnet und es ist auch mein Liebling der Kollektion 2007.
In der Nase feine, elegante Aromen von Aprikosen, Weinbergspfirsich und Ananas. In der Struktur genau die Eleganz, die den Saarriesling so einzigartig macht, die Fruchtaromen werden perfekt mit den mineralischen Schiefernoten abgefangen, und der Wein bekommt damit seine Komplexität und Länge. Im Abgang sehr klar, sehr lang und mit seiner eleganten Frucht und der schon leicht cremigen Textur ein animierendes Trinkvergnügen.
Optimaler Genuss: jetzt – 2013
Bewertung: 99 (Preis/Genuss-Wertung), da ich den Preis von etwa 8€ als sehr günstig empfinde; zu finden im ambitionierten Weinfachhandel.
- Riesling feinherb 2007 ‘Schieferstein’
Gerade dieses Spiel von rassiger Säure, Mineralität, wenig Alkohol und einer ganz leichten Restsüße ist es, was die Klassiker der Saar auszeichnet und dies wurde hier perfekt umgesetzt. Gerade in der modernen Küche, die oft Anregungen und Gewürze aus der asiatischen Küche mit einfließen lässt, ist dieser Wein ein interessanter Speisenbegleiter.
Im Duft feinster Aprikosenduft, dazu ein wenig Honig und die mineralischen Noten des Schiefers. Am Gaumen eine herrliche Kombination aus leichter, saftiger Struktur, einer feinen Fruchtaromatik und einer cremigen, weichen Textur. Der geringe Alkoholgehalt sorgt dafür, dass dieser Wein ein duftiges, beschwingtes Trinkvergnügen bleibt.
Optimaler Genuss: jetzt – 2011
Bewertung: 98 (Preis/Genuss-Wertung), da mit einem Preis von 6-7 € viel zu billig; zu finden im ambitionierten Weinfachhandel.
Die weiteren Weine vom Margarethenhof werden in Kürze nachgereicht…
Hier finden Sie eine Liste mit Fachhändlern, die diese Weine führen. Ansonsten wenden Sie sich einfach an das Weingut.
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