Vino Nobile – die Geschichte
Der Begriff ‘Vino Nobile’ wird, je nach Quelle, bereits seit 1829 bzw. 1787 verwendet. Es ist somit einer der toskanischen Weine mit Tradition. Der Vino Nobile di Montepulciano war auch der erste Wein, der mit der neuen Klassifizierung DOCG auf den Markt kam. Das Dekret bekam er zwar 1980 mit einigen anderen Weinen der ersten Stunde, wie dem Brunello di Montalcino und dem Barolo, aber im Gegensatz zu diesen darf der Vino Nobile bereits nach 2 Jahren im Keller auf den Markt gebracht werden. Somit wird auf der diesjährigen Jahrgangspräsentation der 2006er vorgestellt. Und es war eine absolut überzeugende Vorstellung!
Vino Nobile – der Jahrgang 2006
Ich meine, der Jahrgang 2006 ist der Beginn einer neuen Ära in Montepulciano. Klar, es ist ein hervorragender Jahrgang, der Witterungsverlauf war perfekt, aber er wurde auch perfekt in Szene gesetzt. Auch wenn die Liste der Top-Produzenten nicht wirklich Überraschungen bereit hält, so gibt es inzwischen eine wachsende Zahl von äußerst ambitionierten Weinmachern, die ihnen mit sehr interessanten Weinen auf den Fersen sind. Und hier kann man sicherlich noch das eine oder andere Schnäppchen machen, wobei auch die ‘einfachen’ Weine der Top-Kellereien in diesem Jahrgang ein herrliches Preis-Genuss-Verhältnis bieten.
34 Kellereien bei der Anteprima 2009 in Montepulciano
Ich hab nicht alle geschafft, aber ich meine die 18 von mir verkosteten Produzenten, teilweise mit mehreren Weinen, beinhalten die wichtigsten Weine auf dem Markt und dazu einige unbekannte Namen.
Eine komplette Liste der in Montepulciano erstellten Kurznotizen (wurden über Twitter live online gestellt) finden Sie unter:
Eine Liste aller Verkostungsnotizen bei der Anteprima del Montepulciano 2009
Beachten Sie, dass viele Weine noch als Fassproben verkostet wurden und noch nicht auf dem Markt erhältlich sind. Somit handelt es sich um eine vorläufige Beurteilung und Einschätzung der weiteren Entwicklung.
Vino Nobile di Montepulciano 2006 – Meine Favoriten!
Eine Vino Nobile muss zu mindestens 70% aus Prugnolo Gentile (so heißt der örtliche Klon des Sangiovese) gekeltert werden. Daneben sind etliche regionale Rebsorten wie Canaiolo, Mammolo, Colorino und in geringem Maße auch Cabernet Sauvignon und Merlot zugelassen.
Ein Vino Nobile ist deshalb kein mächtiger, kraftvoller Wein, sondern brilliert mit Eleganz, Finesse und einer feinfruchtigen Trinkigkeit. Somit ist ein guter Vino Nobile auch ein hervorragender Essensbegleiter.
Mit Avignonesi, Boscarelli und Poliziano sind es natürlich die bekannten Namen, die ganz oben auf dem Treppchen stehen. Aber das schöne dabei, jeder von ihnen hat seine eigene Handschrift, und diese drei Vino Nobile präsentieren sich sehr unterschiedlich. Hier die Verkostungsnotizen.
Vino Nobile di Montepulciano 2006 – Meine Favoriten!
Einige Überraschungen gab es auch bei den Cru-Lagen, die auch in Montepulciano eine immer größere Rolle spielen. Punkten konnten hier Icario und Salcheto mit zwei sehr interessanten Weinen, die allerdings beide noch als Fassproben auf dem Tisch standen…
Vino Nobile di Montepulciano – Die Cru-Lagen des Jahrgangs 2006
Nicht in der offiziellen Verkostung, aber eigentlich der Urvater eines Crus, ist der Asinone von Polizano. Für mich in den letzten Jahren einer der spannendsten und facettenreichsten Weine der Toskana, was mir mit einer kleinen Vertikal-Verkostung über 6 Jahrgänge auf dem Weingut nochmals eindrücklich bewiesen wurde.
Hier ein Artikel über den Besuch auf Poliziano und die Vertikalverkostung:
Ein Besuch auf Poliziano in Montepulciano
Nur soviel, beim Asinone 2006 kann man nur empfehlen: KAUFEN!
Vino Nobile di Montepulciano 2006 – Die Verfolger!
Die erste Überraschung war der gewaltige Qualitätssprung von Icario; auch TreRose hat wieder bewiesen, dass man tolle Weine macht. Eine positive Überraschung war für mich die Tenuta di Poggio Uliveto und die beiden Weingüter aus dem Weiler Gracciano (Torcalvano Gracciano und Tenuta di Gracciano della Seta). Sie beweisen mit ihren Weinen, dass man hier über perfektes Terroir verfügt.
Vino Nobile di Montepulciano 2006 – die Verfolger!
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