Ein guter Amarone macht viel Arbeit! Es können nur die besten Trauben verarbeitet werden und die Ausbeute ist gering. Ein solcher Wein kann nicht günstig sein. Ein guter Amarone kostet etwa 30 – 60 Euro. Vielleicht gibt es auch mal ein Schnäppchen für 20 – 25 Euro… Preise von 10 Euro für einen Amarone wie man sie in manchen Anzeigen und beim Discounter findet, sind unseriös. Warum?
Amarone – der Wein für Marktschreier

Für 10 Euro gibt es tolle Weine, aber keinen guten Amarone. Für einen Amarone muss ein Winzer seine besten Trauben verwenden. Jede einzelne Traube wird nach der Lese (per Hand) in ein Gestell zum Trocknen gehängt. Im November, wenn der Amarone eingemaischt wird, sind die Beeren eingeschrumpelt. Es sind nur noch Rosinen. Unheimlich aromatisch und süß, aber eben kaum noch Saft und dementsprechend wenig Wein. Ein guter Amarone, oder wie er richtig heißt, ein Amarone della Valpolicella ist für die Ewigkeit gemacht. Die Weine aus dem Jahrgang 2003 kamen zum großen Teil 2007 bzw. 2008 auf den Markt. Der Winzer hat somit fast 5 Jahre warten müssen, bis er für seine Trauben, für seine Arbeit Geld bekommt. Wie soll das für 10 Euro die Flasche machbar sein?
Wenn Sie wissen wollen, wie ein Amarone schmecken soll, dann nehmen Sie bitte den Gegenwert einer Theaterkarte in die Hand. Wenn Sie für 10-15 Euro einen interessanten Wein wollen und ihnen der Stil des Amarone gefällt, dann sollten Sie sich mal die Valpolicella Ripassa ansehen. Man nennt ihn auch den “kleinen Amarone”.
Hier eine Auswahl: Valpolicella Ripassa – von mir probiert!
Der wahre Amarone – ein Meditationswein

Ein Amarone sollten den besonderen Momenten vorbehalten sein. Ein Amarone ist kein Wein für die laute Gesellschaft. Ein Amarone ist ein Wein zum Alleinsein, für die kleine Runde guter Freunde. Ein Amarone ist ein meditativer Wein. Können Sie sich noch an den Sommer 2003 erinnern? Es war einer der heißesten Sommer der letzten Jahrzehnte. Dementsprechend kraftvoll und dicht sind die Weine. Für mich war es privat, ein bemerkenswerter Sommer, daher schwelge ich gerne in Erinnerungen. Seit 2008/2009 sind die Amarone 2003 jetzt auf dem Markt. Ihre große Zeit haben Sie wohl in den Jahren 2013 – 2022, dann werden sie den größten Genuss bieten. Und immer wieder die Gelegenheit sich an den schönen Sommer 2003 zurückzuerinnern…
Amarone – die besten Weine?
Am besten ist natürlich sich selbst durch das Angebot zu verkosten. Aber die Frage ist ja, wo soll man bei diesem Angebot anfangen? Eine gute Orientierung, was sich lohnt mal selbst zu verkosten, sind die Bewertungen der großen Weinführer Italiens! Ein Amarone mit der Höchstbewertung im Gambero Rosso, im Veronelli oder im Duemilavini, dem Weinguide der italienischen Sommeliers, kann nicht wirklich schlecht sein… Weitere Infos zu den wichtigsten italienischen Weinguides gibt es unter: 8 wichtige Weinführer zum italienischen Wein!
Amarone 2003 mit 3-Gläser im Gambero Rosso 2008

- Guerrieri Rizzardi - Amarone della Valpolicella Classico 2003 Calcarole
- Brigaldara - Amarone della Valpolicella 2003 Case Vecie
ein toller Wein, den aktuelle 2007er hab ich inzwischen verkostet… - Allegrini - Amarone della Valpolicella Classico 2003 – Meine Verkostungsnotiz
- Lorenzo Begali - Amarone della Valpolicella Classico 2003
Amarone 2003 mit 3-Gläser im Gambero Rosso 2009
- Marion – Amarone della Valpolicella 2003
- Zenato - Amarone della Valpolicella Classico 2003 Sergio Zenato
- Lorenzo Begali - Amarone della Valpolicella Classico 2003 Vign. Monte Ca’ Bianca
Amarone 2003 – bestens bewertet von Veronelli und/oder Duemilavini
- Zymè - Amarone della Valpolicella Classico 2003
- Cantina Valpolicella – Amarone della Valpolicella Classico Selezione 2003 Milo Manara
- Trabucchi - Amarone della Valpolicella 2003 Cent’anni Riserva
Kein Amaro – ein Amarone!

Dass der Amarone ein eigenständiger Wein ist, resultiert auch aus seiner Entstehungsgeschichte. Erzählungen nach entstand der Amarone im Frühjahr 1936 in der Cantina Sociale Valpolicella. Da fand der sehr begabte Kellermeister Adelino Lucchese ein vergessenes Fass mit bereits bitteren (italienisch: amaro) Recioto, den er mit dem begeisterten Ausruf: “Questo non è un Amaro, è un Amarone” goutiert haben soll. Diesen Namen verwendete der damalige Direktor von Monte Dall’Ora, Dr. Gaetano 1938 für sein Etikett, mit dem er die trocken ausgebaute Variante des Recioto vertrieb. Dass “Fiaschetti di Amarone 1938” tatsächlich ausgeliefert wurden, belegt ein Lieferschein der Cantina Sociale di Negrar von 1942. Allerdings gibt es auch Hinweise, dass dieses Verfahren schon zu Catulls Zeiten existierte…
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Wer hat noch eigene Tipps, für einen guten Amarone aus dem Sommer 2003?
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