Die 12 wichtigsten italienische Rebsorten – Rotwein (Teil 1)
6. Juni 2010 | Von Michael Liebert | Kategorie: Top-Tipps & Rankings, WeinWissenNeben dem Klima, dem Boden ist es vor allem die Rebsorte, die den Charakter eines Weines bestimmt. Italien besitzt eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichsten Anbaubedingungen und eine unglaubliche Vielzahl an unterschiedlichen Rebsorten.
Italienische Rebsorten – 12 nationale Sorten
Neben den bekannten internationalen Rebsorten, wie Cabernet, Merlot & Co, sind es vor allem die einheimischen, nationalen Champions, die für die unglaubliche Vielfalt an italienischen Weinen verantwortlich sind. Für die italienischen Qualitätsweine (DOC bzw. DOCG-Weine) sind noch über 400 verschiedene Rebsorten zugelassen. Hier die 12 wichtigsten Sorten:
- Sangiovese
- Montepulciano
- Barbera
- Negroamaro
- Nero d’Avola
- Lambrusco
- Aglianico
- Primitivo
- Cannonau (Grenache Noir)
- Dolcetto
- Nebbiolo
- Corvina
Zu den internationalen Rebsorten, wie Cabernet-Sauvignon, Merlot, Pinot Nero und Syrah, die auch in Italien eine große Rolle spielen, kommen wir im nächsten Teil der Reihe.
Italienische Rebsorten im Portrait
1. Sangiovese
Diese Rebsorte Sangiovese prägt den Weinbau in ganz Mittelitalien. Auf dem Etikett entdeckt man den Namen eher selten und dann außerhalb der Toskana. Dort werden die Weine nach der konkreten Herkunft bezeichnet: Chianti, Chianti Classico, Brunello bzw. Rosso di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano. Hier eine Liste mit Weinen, die ich kürzlich verkostet habe und der Sangiovese eine Rolle spielt: Weine aus/mit Sangiovese Charakteristisch ist ein Duft nach Sauerkirschen und blumigen Noten. Auch Kräuter und weitere Beeren sind oft zu finden. In der Struktur sind es mittelgewichtige bis kräftige Weine, die sich relativ saftig präsentieren.
- Preis-Genuss-Tipp: Le Fonti – Chianti Classico 2007
- mein Topp-Tipp: Poliziano -Asinone 2006
2. Montepulciano
Die Rebsorte hat nichts mit dem Ort Montepulciano in der südlichen Toskana zu tun. Angebaut wird sie hauptsächlichen in der Region Abruzzen, aber auch in den Marken und weiter im Süden in Molise. Hier eine Liste mit Weinen, die ich kürzlich verkostet habe und der Sangiovese eine Rolle spielt: Weine aus/mit Montepulicano Bis vor wenigen Jahren war der Montepulciano d’Abruzzo in erster Linie im untersten Regal im Supermarkt zu finden. Qualität war anscheinend mit dieser Sorte nicht zu machen. Inzwischen hab ich gelernt, dass auch diese Rebsorte fantastische Weine hervorbringen kann. Ungemein saftig, bis kraftvoll kernig… Hier zwei meiner persönlichen Lieblinge:
- Preis-Genuss-Tipp: Velenosi - Rosso Piceno Superiore 2006 Brecciarolo
- mein Topp-Tipp: di Majo Norante – Don Luigi 2006
3. Barbera
Ob nun aus der Gegend von Alba, aus Asti, dem Monferato oder der Emilia-Romagna. Im Nordwesten Italiens ist diese Rebsorte alltäglicher Essensbegleiter und das ist die große Stärke dieser Rebsorte. Ein Wein mit viel Frucht (Brombeeren und frische Kräuter), einer saftigen Frische und im Grunde ohne Tannin, das ist die Grundstruktur des Barbara und der Grund, warum es der perfekte Wein zu allen von Tomaten dominierten Gerichte ist. Ein ungemein vielseitiger Essensbegleiter.
- Preis-Genuss-Tipp: Terre del Barolo – Barbera d’Alba Superiore 2008
- mein Topp-Tipp: Braida – Bricco del Uccelone 2006
4. Negroamaro
Eine dieser ungemein spannenden Rebsorten aus dem Süden des italienischen Stiefels. Der Negroamaro wird in erster Linie in Apulien angebaut und ergibt ungemein weiche, warme Weine. Sie sind anschmiegsam, sehr aromatisch und überraschen immer wieder mit ihrer athletischen Kraft.
- Preis-Genuss-Tipp: Torrevento – Salice Salentino 2007 Faneros
- mein Topp-Tipp: Due Palme – Salice Salentino 2006 Selvarossa
5. Nero d’Avola
Die Schwarze aus der Gegend um Avola. Sie ist inzwischen zum Inbegriff des sizilianischen Weins geworden. Herrlich kraftvolles Bouquet mit dem Duft von reifen Pflaumen und Gewürzen. Am Gaumen ein feste Struktur, so dass man etwas zum Beißen hat und doch ohne Ecken und Kanten.
- Preis-Genuss-Tipp: Morgante – Nero d’Avola 2008
- mein Topp-Tipp: Planeta – Santa Cecilia 2006
6.
Lambrusco
Ja wirklich, das ist der Name der einer Rebsorte bzw. es gibt dazu eine ganze Menge (etwa 60) Unterarten, die sich überraschend unterschiedlich präsentieren: Lambrusco di Sorbara, Lambrusco Grasparossa, Lambrusco Maestri, Lambrusco Salamino dürften die wichtigsten sein… Ein guter Lambrusco hat ein herrliches Bouquet von frischen Erdbeeren und Kirschen und die neue Generation ist absolut trocken ausgebaut. Unbedingt probieren, die neue Generation an Lambrusco:
- bester Grillwein: Medici Ermite – Lambrusco Reggiano 2009 Asolo
- eleganter Aperitif: Medici Ermite – Lambrusco Reggiano 2009 Concerto
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